|
Am 02.10.2010 luden wir, die Bogenabteilung der Königl. Privil. SSG Lichtenfels zu unserem ersten 3D Bogenjagdturnier ein.
Dazu erstellten wir zunächst im Frühsommer einen schönen Flyer in Vierfarbdruck und sprachen uns mit der Firma Bogensport Bodnik bezüglich der Ziele ab. Hierbei konnten wir gleich noch für jeden Turnierteilnehmer einen Wertgutschein über 10 % bei einem Einkauf dort aushandeln.
Ein Anmeldetemplate wurde auf unserer HP eingerichtet um eine einfache Anmeldung zu ermöglichen. Die Flyer wurden versendet und wo immer wir waren ausgelegt. Befreundete Vereine wurden besucht und persönlich eingeladen.
Als nächstes wurden ein passendes Gelände und die Infrastruktur erkundet. Ideale Voraussetzungen fanden wir über der Ortschaft Kösten. Viel Wald, kleine Tümpel, Schluchten und freies Gelände ergänzten sich optimal. Zudem war mit der Vereinshütte der Werdenfelser schon der erste von zwei Dopingständen festgelegt und gleichzeitig konnte hier die EDV für die Wertung platziert werden.
Da wir zu einem Jagdturnier luden mussten die Ziele auch jagdlich aufgestellt werden. Umfangreiche Informationen wurden zusammengesucht, geprüft und teilweise ganz schnell wieder verworfen. Von den befreundeten Reitern organisierten wir einen Sattel um den Schuss vom Pferd zu simulieren. Diesen frei schwebend aufzuhängen verwarfen wir aber aus Gründen der Sicherheit. Ein umgestürzter Baum diente letztlich als Pferderückenersatz. Bereits im Januar schwebte mir die Idee eines laufenden Keilers im Kopf herum. Ich begann konkrete Planungen und baute im Frühjahr einen ersten Prototyp. Dieser wurde nach und nach perfektioniert bis er die gewünschte „Turnierreife“ erlangte.
Bei einer Suche nach möglichen Zielstandorten kamen wir dann noch einmal an den Tümpeln vorbei. Kurzentschlossen rief ich bei Beluga Bootsverleih an und bekam prompt die Zusage für ein Kanu. Die Örtlichkeiten gaben es her, dass dieses über eine simple Treidelkonstruktion, von einem Gegengewicht gezogen, alle Schützen in die gleiche Schießposition brachte. Der gegenüberliegende kleine Hügel nahm sich optisch wie eine Biberburg aus, damit war die Art der Ziele dann auch schon vorgegeben.
Weitere schöne Schüsse bot z.B. ein Felsvorsprung von dem es steil nach unten auf eine Bergziege ging. Auch der Schuss über die Waldbachschlucht auf den laufenden Bären war für mich ein echtes Highlight. Die größte Distanz mit 46m für Recurve und fast 60m für Compoundschützen sollte der wechselnde Hirsch am zweiten Dopingstand geben.

Für die Pute fanden wir ein ideales Versteck in einer Senke bei der dem Schützen nur eine enge Rinne zum Schuss blieb. Unsere 4 Käuzchen verbauten wir zu einer Klappanlage um die Ziele und Pfeile zu schonen.
Etwas niederträchtig war der Schuss auf den großen Uhu, der sich von den
Schützen aus hinter Bäumen versteckte und nur durch eine schmale Gasse
zu treffen war
Wo immer nötig verbauten wir hinter dem Ziel einen Backstop um zum einen die Sicherheit zu gewährleisten und andererseits unnötige Pfeilsuchorgien zu verhindern.
Hier nochmal die Parcoursübersicht.
Die Stationen 4 (Sattel) und 19 (Kanu) waren „Sonderprüfungen“ die dem Schützen 3 zusätzliche Punkte einbrachten. Sie durften, mussten aber nicht geschossen werden. Alternativ wurden auch hier die normalen Schießpflöcke verbaut.
Am Morgen des 02.10 war es dann so weit. Wir konnten unsere Gäste willkommen heißen. Manch einer hatte leichte Probleme bei der Anfahrt sodass wir „Streckenposten“ entsandten die auch die letzten Teilnehmer sicher ans Ziel brachten. Auf die Frage wo die Anmeldung sei, reagierte unser Andi nur mit einem Kopfsenken. Die Gruppen konnten sich nach eigenem Ermessen zusammenfinden und in die vorbereitete Liste eintragen. Jeder erhielt ein kleines Tütchen mit Traubenzucker und meiner Visitenkarte um mich bei Fragen oder Problemen direkt anrufen zu können. Bei der offiziellen Begrüßung ging ich neben den allgemeinen Dingen nochmals auf die Sonderprüfungen ein. Wichtig war es mir auch das Kinder „leistungsgerecht“ schießen sollten, für sie zählte die Pflockregelung nicht. Danach zeichneten wir die weiteste Anfahrt mit einem Obstkorb und die größte Gruppe mit einem Naschkorb aus. Hierauf wurden die Gruppen von den beiden Schiedsrichtern Dani und Tino an ihre jeweilige Station gebracht und das Turnier ab 09.40 Uhr zum ersten Schuss freigegeben.
Zu unserer großen Freude bekamen wir von allen Schützen sehr viel Lob und es fand sich sogar eine Gruppe die den Parcours nach dem offiziellen Ende noch einmal in einer Hunterrunde bestritt. Den vielen, die ihre Teilnahme für nächstes Jahr bereits zusagten, seit versichert: Ihr seid dabei!
Die Siegerehrung fand dann etwa 40 Minuten nach Abgabe des letzten Schießzettels statt. Diese wurden kopiert und an die Schützen zurückgegeben. Zum einen als Erinnerung an das Turnier und zum anderen befand sich auf ihrer Rückseite der Gutschein der Firma Bogensport Bodnik.

Zu den Gold, Silber und Bronzemedaillen erhielten alle Gewinner eine Urkunde und eine Geschenktüte mit wertigem Inhalt. So gab es unter anderem für die Männer LED-Lampen, Frauen erhielten ein mehrteiliges Duftset sowie Wärmepads und die Kids eine Spiele-Sammlung mit 200 Spielen sowie Süßes. Auch Vertreter der örtlichen Presse waren mehrfach vor Ort und quittierten dies mit 2 lesenswerten Berichten in unseren hiesigen Tageszeitungen. (Diese findet ihr im Pressespiegel)
Hier noch einmal die Sieger des Tages:
Jagdbogen: 1. Michael Bürger (501 Punkte, 11 x 1st Kills);
2. Thomas Scholl (500, 11); 3. Markus Hertel (496, 8). – 1. Monika Hirtl (453, 4); 2. Sandra Weiß (396, 4). –
Langbogen: 1. Frank Gerber (496, 4); 2. Robert Schmitt (488, 5); 3. Armin Wehner (480, 6). – 1. Doris Schmitt (381, 4). –
Holzbogen - Jugend: 1. Sebastian Dietz (462, 4); 2. Leo Englert (398, 3); 3. Maximilian Dietz (396, 2). – Holzbogen - Männer: 1. Ralf Kolb (486, 12); 2. Hans-Hermann Bühling (274, 0). – Holzbogen – Frauen: 1. Christiane Englert (345, 1). –
Compound: 1. Thomas Würffel (493, 5); 2. Rico Freyer (416, 3).
Bis nach Einbruch der Dämmerung saßen wir dann noch mit einigen Gästen und sprachen über unser Hobby, tauschten Wissen aus und hatten einfach nur einen herrlichen Tag zusammen! Hier noch zwei herrliche Bilder und der Spruch des Tages:
"Das Glump beginnt unmittelbar hinter der Sehne!"

Für alle die sich selbst ein Bild machen wollen gibt es hier die Bildergalerie.
Für kommendes Jahr habe ich übrigens wieder 2 absolute Highlights im Ärmel! Verraten wird aber nichts, lasst euch überraschen…
Alles ins Kill
Ralf Wirth
Referent Bogensport, BSSB VÜL
|